Brandsanierung

In Ihrer Tiefgarage hat ein (anderes) Fahrzeug gebrannt und nun haben Sie einen Brandschaden am Auto? Brandschäden und die damit einhergehende Brandsanierung sind kein billiges Unterfangen! In jedem Fall raten wir zu einem versierten Schadensgutachten, da viele Brand-, Ruß- und Löschschäden für den Laien zunächst gar nicht erkennbar sind. Das böse Erwachen kommt meist erst mit dem Erhalt der Werkstattrechnung. Ein kompetenter KFZ-Gutachter für Brandsanierung kann hier vorbeugen und eine eindeutige und umfassende Kostenrechnung für die gegnerische Versicherung ausarbeiten – damit Sie keinen Schreck bekommen!

Grundsätzlich ist dabei allerdings zu beachten, dass wir Sie nicht unterstützen können, wenn Ihr Auto den Brand ausgelöst hat. Dies ist ein Fall für die Kaskoversicherung; hierfür wird kein Gutachten benötigt. Wir können ein Gutachten dann erstellen, wenn ein anderes Fahrzeug oder ein anderweitig entfachtes Feuer Ihr Fahrzeug in Brand gesetzt hat.

Wann kommt eine Brandsanierung überhaupt in Frage?

Brandschaden geschmolzene Kabel

Kabelbrandschaden

Eine Brandsanierung kommt in Frage, wenn das Auto von einer schwarzen Rußschicht und von Löschschaum überzogen ist. Viele verzichten auf eine Reparatur, sobald keine augenscheinlichen Unfallspuren zu sehen sind. Und das obwohl diese in einem solchen Fall von erheblicher Bedeutung ist, da eine Inspektion auch versicherungstechnische Auswirkungen hat. Es treten schließlich nicht nur offensichtliche Schäden auf, sondern auch unsichtbare, wie beispielsweise verschmorte Kabel oder verformte Plastikteile (auch im Innenraum/Technik/Manschetten und Buchsen).

Hinzu kommt, dass eine Brandsanierung auf gefährliche Substanzen hin untersucht, die im Brandfall freigesetzt werden. Der augenscheinliche Schaden spielt im Vergleich zur  Kontaminierung durch geruchsneutrale Gase und Giftstoffe eine untergeordnete Rolle. Die unbemerkten Giftstoffe verflüchtigen sich nicht durch eigenständiges Auslüften.

Wie läuft eine Brandsanierung ab?

Eine Brandsanierung ist eine äußerst komplexe und aufwendige Reparatur und damit auch sehr zeitintensiv.

Brandsanierung Ascheschicht

Auto mit einer Rußschicht nach Brand

Zunächst ist jedes Fahrzeug, das selbst gebrannt hat oder in anderweitiger Form Feuer ausgesetzt war, sowohl außen als auch innen von einer schwarzen Rußschicht überzogen. Man geht in der Regel davon aus, dass Autos sehr dicht sind. Jedoch können die Dichtungen, die an Türen und Fenstern Wasser abhalten, das Eindringen von Ruß nicht verhindern. Jedes einzelne Teil des Autos muss deshalb mit einer speziellen Technik vom Ruß gesäubert werden. So benötigt die Reinigung von Leder zum Beispiel eine völlig andere technische Verfahrensweise als die von Plastik.

Außerdem befindet sich in jedem brandgeschädigten Fahrzeug, egal ob es innen gebrannt hat oder nicht, ein beißender Brandgeruch. Dieser Geruch lässt sich durch eigenständiges und alleiniges Auslüften nicht beseitigen. Der unangenehme Geruch weist dabei auf die Giftstoffe hin, die bei einem Brand freigesetzt werden. Selbst wenn das Fahrzeug augenscheinlich nur äußere Schäden vorweist, ist es Untersuchungen zufolge immer auch im Innenraum kontaminiert. Für den Laien ist diese Kontamination nicht messbar. Besonders gefährlich sind dabei geruchslose Giftstoffe.

Ein weiteres Problem ist der Löschstaub, der über dem schwarzen Ruß liegt und das Fahrzeug  bedeckt. Ist der Innenraum ebenfalls betroffen, gestaltet sich eine Sanierung noch schwieriger.

Um all diese Schäden zu beheben muss jeder verbrannte Bestandteil des Autos einzeln gesäubert werden. Verbleibt auch nur ein Teil ungereinigt, befindet sich der Giftstoff noch im gesamten Auto. Entweder es gelingt ihn komplett zu beseitigen oder gar nicht. Eine Grauzone gibt es hier nicht.

Die komplette Dekontaminierung inklusive einem Tausch der Luft- und Innenraumfilter dauert deshalb meist an die 5 Tage. Diese Zeit kann je nach Größe des Brandschadens und der Auslüftungsdauer variieren.

Wie wird das Gutachten für eine Brandsanierung erstellt?

Der Gutachter vereinbart hierfür einen Besichtigungstermin mit Ihnen. Bei diesem wird das Auto eingehend betrachtet. Es werden Fotos angefertigt, um zum einen den aktuellen Schaden zu dokumentieren sowie zum anderen mögliche Schäden, die beim späteren Transport oder der Reparatur entstehen sollten, bemerken zu können. Außerdem wird der Schaden im Voraus abgeschätzt. Bei einem regulären Schadensfall führt der Gutachter in aller Regel eine Probefahrt bzw. einen Probelauf mit dem Fahrzeug durch. Das ist bei Brandfahrzeugen in den meisten Fällen nicht möglich, da die Kontaminierung zu hoch ist, um das Auto vor der Sanierung weiterhin zu verwenden.

Eine gutachterliche Stellungnahme besteht aus folgenden Punkten:

  • Fahrzeugidentifizierung
  • Besichtigungsbedingungen: War das Fahrzeug von allen Seiten einsehbar? War eine Hebebühne oder eine Auffahrtsrampe vorhanden?
  • Probefahrt
  • Probelauf
  • Fahrzeugzustand: Befindet sich das Fahrzeug im ursprünglich beschädigten und undemontierten Zustand?
  • Verkehrssicherheit: Darf sich das Fahrzeug noch im Verkehr bewegen oder werden andere Verkehrsteilnehmer dadurch gefährdet?
  • Vorschäden (reparierte und unreparierte)
  • Beschädigte Teile
  • Reparaturkosten

Die Reparaturkosten werden mit einem speziellen Berechnungssystem errechnet. Sie setzen sich aus den regional durchschnittlichen Stunden-Verrechnungssätzen der Fachbetriebe und aus den Materialkosten zusammen.

Ein Gutachten ist also nicht nur eine notwendige Maßnahme, sondern auch eine zu Ihrer eigenen Sicherheit. Nur so kann eine eventuelle Kontamination festgestellt werden, die Verkehrstüchtigkeit untersucht und Ihnen eine Auskunft über die Reparaturkosten gegeben werden.

24. April 2016 Robert Maroschik