Schadensarten

Im Alltag als KFZ-Gutachter kommen wir immer wieder mit relativ typischen Schadensfällen in Berührung. Anbei finden Sie eine Auflistung der häufigsten Schadensarten und was bei diesen im Speziellen zu beachten ist. Diese Informationen dienen lediglich dazu eine Übersicht zu schaffen, und ersetzen selbstverständlich nicht die Begutachtung durch einen Profi.

 

Bagatellschaden

Bagatellschaden München

Bagatellschaden

Bagatellschäden beschreiben dem Wortsinne nach Schäden, die hauptsächlich kosmetischer Natur sind. Im Versicherungsalltag spricht man von einem „Bagatellschaden“, wenn die Schadenssumme von ca. 750€ nicht überschritten wird und keine übermäßige Wertminderung auf der Seite des Geschädigten entsteht. Dieser Richtwert beinhaltet Kosten für eventuelle Teile sowie den Arbeitsaufwand für die fachgerechte Instandsetzung. Nach den meisten Bagatellschäden kann das Fahrzeug weiter verwendet werden, sobald der Schaden festgehalten und dokumentiert wurde. Wenn Sie selbst nicht fachkundig sind, sollten Sie sich aber von einem Fachmann das Okay zur Weiterfahrt einholen. Es kann durchaus vorkommen, dass ein scheinbar oberflächlicher Schaden, wie beispielsweise eine schief sitzende Stoßstange (-> Parkschaden), auch sicherheitsrelevante Folgen haben kann, z.B. wenn dadurch ein verbogenes Teil am Reifen schleift und diesen aufzuschlitzen droht.

Viele Fahrer unterschätzen die finanziellen Konsequenzen, die unauffällige Beschädigungen zur Folge haben können. Verursacht ein Fahrer eine Beule an einem fremden Wagen, so hat dessen Eigentümer Anspruch darauf, dass der Schaden so gut wie möglich behoben wird, um den Originalzustand wiederherzustellen. Schleif-, Spachtel- und Lackierarbeiten (-> Lackschaden) sind aufwändig und können daher durchaus ähnliche Reparaturkosten verursachen wie für den Fall, dass ein Teil des Fahrwerks komplett ersetzt werden muss. Deswegen müssen diese Fälle genauso begutachtet werden wie alle anderen Schäden und der Verursacher darf sich keinesfalls mit einem „sieht doch gar nicht so schlimm aus“ aus der Affäre ziehen. Bagatellschäden verursachen und Fahrerflucht begehen ist kein Kavaliersdelikt.

 

Brandschaden

Brandschaden Tiefgarage München

Brandschaden

Brandschäden können bei PKWs jeden Alters auftreten. Es handelt sich hier meistens um Selbstentzündung in Folge fehlerhafter Fahrzeugelektronik. Unterschieden werden muss bei der Ursachenforschung in einem solchen Fall, ob sich das Fahrzeug im vom Hersteller vorgesehen Zustand befand oder ob es Manipulationen gab, z.B. durch unsachgemäße Reparaturversuche oder Tuning.

Ein durch Außeneinwirkung in Brand geratenes Fahrzeug kann durch einen Haus- oder Fahrzeugbrand in unmittelbarer Nähe des Wagens verursacht werden. Sehr selten kommt eine Gewalteinwirkung im Rahmen eines öffentlichen Aufruhrs oder sogar Brandstiftung aus persönlichen oder wirtschaftlichen Motiven vor. Die äußeren Ursachen lassen sich anhand der Indizienlage und eventuellen Schäden an umgebenden Objekten nachvollziehen.
Auf keinen Fall darf ein Wagen, der entweder im Stehen gebrannt oder während der Fahrt zu qualmen begonnen hat, weiter benutzt werden. Stellen Sie unverzüglich den Motor ab und entfernen Sie sich vom Wagen. Eine weitere Benutzung gefährdet Ihre Sicherheit und könnte weitere Schäden verursachen, für die Sie unter Umständen als Fahrzeugführer die Verantwortung übernehmen müssen.

Zur Begutachtung eines PKW mit Brandschaden gehört auch die Einschätzung über Aufwand und Rentabilität einer eventuellen Brandsanierung, die für einen ordnungsgemäßen Betrieb des Fahrzeugs erforderlich ist. Auch wenn ihr Fahrzeug nicht selbst Opfer eines Brandes wurde, sondern es etwa in einer Tiefgarage in der Nähe eines Brandfahrzeugs parkte, ist unbedingt eine Begutachtung zu empfehlen, da Ruß, Hitze und durch das Feuer in Umlauf gebrachte Schadstoffe auch Ihr Fahrzeug erheblich in Mitleidenschaft gezogen haben könnten.

 

Frontschaden

Frontschäden treten im Falle eines Zusammenstoßens meistens am auffahrenden Auto auf. Ursachen gibt es hier viele, angefangen von der Kollision mit einem anderen Wagen oder einem Gegenstand beim Parken, dem sogenannten Parkschaden (-> Parkschaden). Hier kommt es meist zu nur kleinen Beschädigungen bzw. Bagatellschäden (-> Bagatellschaden). Da diese die Sicherheit und den Wert des eigenen Wagens und den des Unfallgegners beeinträchtigen können, dürfen diese nicht vernachlässigt werden und gehören genauso kompetent untersucht wie auffälligere Schäden.

Sehr häufig kommen Auffahrunfälle vor, bei denen das vorausfahrende Fahrzeug entweder ein unvorhersehbares, extremes Fahrmanöver durchgeführt hat, wie z.B. eine Vollbremsung, oder der Fahrer des auffahrenden Wagens unaufmerksam war oder fahrlässig die Sicherheitsregeln missachtet hat, etwa durch Unterschreiten des Sicherheitsabstandes.

Frontschäden müssen kompetent untersucht werden, da bei praktisch allen modernen Fahrzeugen die Antriebseinheit in der vorderen Kühlerhaube untergebracht ist. An Motor, Antriebsstrang, der empfindlichen Fahrzeugelektronik und nicht zuletzt dem Fahrzeugrahmen können Beschädigungen auftreten, die für den Laien nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen sind. Wenn diese nicht zeitnah nach dem Schadensfall untersucht und zweifelsfrei mit diesem in Verbindung gebracht werden, gibt es später häufig Probleme bei dem Versuch, eine nicht gleich bemerkte Beschädigung als Spätfolge beim Unfallverursacher geltend zu machen. Während ein Laie ein leicht verzogenes Fahrwerk vielleicht erst Monate später am ungleichmäßigen Reifenabrieb bemerkt, erkennen wir Profis diesen Mangel durch präzise Vermessung sofort.

 

Glasschaden

Genau wie in einer Wohnung können auch am Fahrzeug Glasschäden auftreten. Da sich ein Automobil aber mit durchaus hohen Geschwindigkeiten fortbewegt und durch Beschleunigungs- und Bremsvorgänge eine hohe mechanische Belastung auf die Scheiben eines Fahrzeug wirken, unterliegen die eingesetzten Gläser hier ganz anderen Sicherheitsstandards.

Das wichtigste Glaselement im PKW ist die Frontscheibe. Diese wird bei Frontschäden häufig in Mitleidenschaft gezogen, da der Aufprallimpuls durch die Fahrzeugfront weitergeleitet wird. Nach jedem Schadensfall, der mit höherer Geschwindigkeit aufgetreten ist, muss die Frontscheibe daher genau auf Risse untersucht werden. Auch kleine Beschädigungen sind hier zu beachten, da sich diese im Verlauf immer mehr ausweiten können. Dies gefährdet vorrangig die Sicht aus dem Fahrzeug, die für den ordnungsgemäßen Betrieb absolut sicherheitsrelevant ist.

Übrigens sind nicht nur Sprünge und Löcher relevant für die Tauglichkeitseinschätzung einer Windschutzscheibe. Bei älteren Fahrzeugen, deren Windschutzscheibe jahrelang mit schadhaften Scheibenwischern gereinigt wurde, kann es durchaus vorkommen, dass diese so stark verkratzt ist, dass in bestimmten Situationen keine einwandfreie Sicht mehr gewährleistet ist. Dies macht sich im Alltag vor allem nachts und bei Regen bemerkbar. Ihr Gutachter prüft zuverlässig, ob Ihre Frontscheibe eine sichere Fahrt ermöglicht oder ob sie ausgetauscht werden muss.

 

Hagelschaden

Hagel ist ein Naturphänomen, das, anders als Regen und Schnee, nicht nur die Fahrt erschwert, sondern auch langfristige Auswirkungen auf Ihren PKW haben kann. Die Eiskörner können dabei – je nach Größe – nur kleine Kratzer an Lack und Scheibe verursachen, Beulen und Dellen bewirken oder sogar Scheiben komplett durchschlagen.

Im häufigsten Fall handelt es sich bei einem Hagelschaden um eine Vielzahl kleiner Eindellungen des Fahrzeugblechs, die nicht ohne weiteres wieder ausgebeult werden können. Sicherheitsrelevantes geschieht nur in extremen Fällen, beispielsweise wenn ein Glasschaden auftritt. Trotzdem leidet der Wert des Wagens mit dem kosmetischen Mangel ganz erheblich. Im Gegenlicht ist am Dach des Wagens sichtbar, dass dieses keine glatte Fläche mehr bildet, sondern eher einer Mondlandschaft gleicht. Da für die meisten Besitzer ihre Fahrzeuge keine reinen Nutzgüter sind, werden diese Schäden sehr ernst genommen und von Ihrem Gutachter daraufhin untersucht, wie gravierend die Eindellungen sind. Dabei müssen diese von eventuell bestehenden Vorbeschädigungen unterschieden werden, um zu einer professionellen Diagnose zu kommen.

 

Heckschaden

Mit Heckschäden werden Beeinträchtigungen an der Fahrzeughinterseite beschrieben. Oft treten diese in Kombination mit Frontschäden auf, wenn es sich um einen Unfall handelt, bei dem mehrere Fahrzeuge beteiligt sind. Der klassische Fall ist hier der Auffahrunfall. Auch wenn in den meisten Fahrzeughecks nicht so viel empfindliche Technik verbaut ist wie in der Front, kommen hier sehr häufig Beeinträchtigungen des Fahrwerks vor, die den weiteren Betrieb des Wagens unter Umständen unmöglich machen können. Um hier auf Nummer sicher zu gehen ist ein Sachverständigenrat unumgänglich.

Im Heckbereich kommen selbstverständlich auch kleinere Beschädigungen wie Lackschäden (-> Lackschaden), vor allem als Parkschäden (-> Parkschaden/Bagatellschaden), vor. Ihr Gutachter kann in so einem Fall nicht nur die Schadenshöhe ermitteln, sondern auch, im Fall von Fahrerflucht, abschätzen, durch welchen Fahrzeugtyp dieser verursacht wurde.

Oft wird von Laien unterschätzt, dass bei Heckschäden auch die im Kofferraum transportierten Güter von versicherungsrechtlicher Relevanz sein können – für den Fall, dass diese auch zu Schaden gekommen sind. Hier prüft Ihr Gutachter, ob eventuelle Beeinträchtigungen Ihres Kofferrauminhalts durch den Schaden am Wagen mitverursacht wurden.

 

Lackschaden

Bei den meisten Bagatellschäden (-> Bagatellschaden) handelt es sich um Lackschäden. Wenn der Schaden am Lack auch mit einer Deformation des Trägermaterials verbunden ist, also auffällige Beulen oder verzogene Fahrzeugteile auftreten, muss genau geprüft werden, ob auch auf einer tiefer liegenden Ebene Schäden aufgetreten sind, die unter Umständen die Stabilität des ganzen Fahrzeugs beeinträchtigen können. Schäden an Stoßstangen, z.B. im Rahmen von Parkschäden, sehen äußerlich oft nicht dramatisch aus. Der Experte muss hier aber untersuchen, ob nicht die Aufhängung der Stoßstange gebrochen ist. Dies stellt einen häufigen Schaden dar und kann die weitere Funktion der Stoßstange beeinträchtigen, wenn er nicht korrekt diagnostiziert und behoben wird.

Wer einen Lackschaden an seinem Wagen erlitten hat, hat Anspruch auf die fachgerechte Instandsetzung der betroffenen Stelle, wenn der Schaden von einem Dritten verursacht wurde. Da diese Instandsetzung durchaus zeit- und kostenaufwändig sein kann, lohnt hier die Beurteilung durch den Fachmann, um die professionelle und schnelle Schadensregulierung mit den beteiligten Versicherungen problemlos anzustoßen.

 

Marderschaden

Obwohl sie immer nur auf dem Land vermutet werden, erobern Marder zusammen mit anderen Nagetieren auch die Städte. Daher sind Sie nirgendwo davor gefeit, dass ein Tier durch Beißen und Nagen Kabel und Schläuche im Inneren Ihres Wagens beschädigt. Das Tückische bei dieser Art von Schaden ist, dass er oft nicht sofort bemerkt wird, sondern erst nachdem die Fahrt aufgenommen wurde. Die Folgen können relativ harmlos sein, z.B. wenn die Spritzwasserzufuhr zu den Scheibenwischern betroffen ist. Genauso kann aber die Motorsteuerung empfindlich gestört werden, wenn Kabel z.B. nicht ganz durchgebissen sind und wegen ihrer beschädigten Isolierung nur unter bestimmten Umständen Fehler auftreten, wie z.B. bei erhöhter Luftfeuchtigkeit oder wenn sich die Temperatur im Motorraum erhöht. Hier drohen nicht nur ein ungeplantes Ausgehen des Motors, sondern auch ernsthafte Folgeschäden.

Sollten Sie bemerken, dass sich Nagetiere in Ihrem Wagen zu schaffen gemacht haben, sollten Sie mindestens eine Sichtprüfung im Motorraum durchführen. Gewissheit, ob alles in Ordnung ist, schafft nur Ihr Gutachter.

 

Parkschaden

Entweder war die Parklücke doch kleiner als angenommen, oder der Fahrer war an die Abmessungen des Wagens nicht gewöhnt – es geht ein leichter Ruck durchs Fahrzeug, gepaart mit einem Knirschen oder Kreischgeräusch und schon ist er passiert, der Parkschaden. Die gute Nachricht ist, dass es sich in den meisten Fällen nur um Lackschäden (-> Lackschaden) handelt. Obwohl diese normalerweise die Fahrbereitschaft eines Autos nicht beeinflussen, ist der Ärger darüber doch groß, weil die Schrammen unansehnlich sind und sie, sobald sie tiefer gehen, die Gefahr von späterer Korrosion am freigelegten Blech bergen. Mit der sichtbaren Verletzung der Außenhaut wird vor Allem bei neueren Fahrzeugen der Wiederverkaufswert beeinträchtigt. Um genau abzuschätzen, in welchem Maße, hilft nur das Urteil des Fachmanns.

Bei Parkschäden werden die nicht lackierten Teile oft vernachlässigt. Es muss genauso überprüft werden, ob eventuelle, an den Fahrzeugkanten exponiert angebrachte Scheinwerfer, deformiert sind oder ihr Abdeckglas gesprungen ist. Ähnliches gilt für Nummernschilder und Bereifung.

Da es sich bei weitem nicht bei allen Parkschäden um Kollisionen mit einem anderen Fahrzeug handelt, sind eventuelle Schäden an Gebäuden, Bepflanzung oder Begrenzungsanlagen zu untersuchen. Ein umgefahrenes Parkschild ist kein Kavaliersdelikt, dem Eigentümer steht durchaus Schadensersatz zu, auch wenn es sich möglicherweise nur um das Wiederaufrichten handelt. Um auf Nummer sicher zu gehen untersucht Ihr Gutachter welche Schäden durch den schief gelaufenen Parkversuch angefallen sind und unterscheidet diese von den Spuren, die anderen Ursprungs sind.

 

Totalschaden

Entgegen der fälschlichen Annahme, Totalschäden würden immer durch aufsehenserregende Crashs mit hohem Tempo verursacht, handelt es sich hier eher um einen versicherungstechnischen Begriff, der bei allen aufgeführten Schadensarten zum Tragen kommen kann. Relevant für die Einordnung eines Schadensfalles als Totalschaden ist, ob der zu erwartende Aufwand für die Reparatur des Schadens am PKW dessen Marktwert übersteigt. Der Marktwert wird selbstverständlich für den Zustand vor dem Eintritt des fraglichen Schadens ermittelt.

Bei einem Neufahrzeug tritt der Totalschadensfall also nur auf, wenn es wirklich zu einem schweren Unfall gekommen ist. Interessanter gestalten sich die Fälle bei älteren Fahrzeugen. Wenn der Restwert eines 15-jährigen Kleinwagens beispielsweise unter 500 Euro liegt, kann sogar ein kleiner Auffahrunfall mit Beschädigung des Fahrwerks dafür sorgen, dass die zu erwartende Reparatur teurer als der Restwert käme, und der PKW folglich als Totalschaden eingestuft wird. Im Falle eines Totalschadens ersetzen die Versicherungen nur den Restwert des Fahrzeugs. Dem Eigentümer bleibt es dann überlassen den Restbetrag für die Instandsetzung selbst zu berappen oder sich ein vergleichbares Gebrauchtfahrzeug im selben Preisbereich zu suchen.

 

Wasserschaden

Wasser ist nicht nur der Feind aller Elektronik, sondern auch vieler Metalle sowie aller Gegenstände, die zum Verrotten oder zum Ansetzen von Schimmel neigen (wie z.B. Polster und Stoffe). Da sich all diese Dinge in oder an unseren Fahrzeugen finden sind Schäden durch Wasser durchaus häufig anzutreffen. Solche Schäden machen sich durch verschiedene Anzeichen bemerkbar: korrodierende Metalle verfärben sich und eventuell darüber befindliche Lacke oder Deckschichten blättern ab. Wenn Fasermaterialien verrotten oder schimmeln geschieht dies oft gepaart mit einem üblen Geruch. Wasserschäden an der Elektronik machen sich häufig durch nicht unberechenbare Fehlermeldungen oder Funktionsausfälle („Mein Wagen startet bei schlechtem Wetter nicht“) bemerkbar. Das Fatale dabei: wenn Sie diese Anzeichen bemerken ist das Wasser oft schon eine ganze Zeit am Arbeiten. Und der tiefer liegende Schaden hatte Zeit sich auszubreiten. In welchem Ausmaß kann nur der erfahrene Fachmann feststellen – indem er die Ursache aufspürt und eine Empfehlung ausspricht, wie der Wassereinbruch zu unterbinden ist.

Die Ursachen sind mannigfaltig. Ein alter Unfallschaden, der zu einem Verziehen des Fahrgestells geführt hat, kann z.B. die Spaltmaße der Metallteile verändert und so eine mikroskopische Eintrittsfuge geschaffen haben. Natürlich gibt es auch Alterungseffekte. Der Unterboden eines PKWs wird standardmäßig mit einem Schutzlack überzogen. Wenn dieser aber durch kleine Steinschläge und die Einwirkung von Streusalz im Winter über Jahre hinweg angegriffen wird, bietet sich hier eine Angriffstelle für Korrosion. Eine weitere typische Eintrittsstelle für ungebetenes Regenwasser sind alte Schiebe- oder Faltdächer. Wenn sich erst einmal Flecken am Autohimmel zeigen, kann dies bedeuten, dass die komplette darüber liegende Isolationsschicht vollgesogen und damit unbrauchbar geworden ist.

Ihr Experte kann feststellen ob sich neben den oberflächlich sichtbaren Spuren auch weitere negative Auswirkungen auf die Sicherheit Ihres Wagens ergeben haben.

 

Wildschaden

Nicht nur im Motorraum können Wildtiere (-> Marderschaden) unserem Fahrzeug zusetzen. Besonders in ländlichen Gegenden und Waldgebieten kommt es immer wieder zu Zusammenstößen, hauptsächlich mit Rotwild und Wildschweinen. Auch bei mittleren Geschwindigkeiten ist die Auswirkung eines erwachsenen Ebers auf Ihre Kühlerhaube für den Laien kaum vorzustellen. Nicht selten kommt es bei Wildunfällen zu Totalschäden (-> Totalschaden). Trotzdem wird von Sicherheitsexperten immer wieder dazu geraten keine extremen Ausweichmanöver zu versuchen, wenn ein Tier nicht sicher zu umfahren ist. Denn die Auswirkungen einer Kollision mit einem Baum oder einem entgegenkommenden Fahrzeug sind oft noch gravierender.

Für die Beurteilung der Schwere eines Wildschadens sind ähnliche Größen von Bedeutung wie beim allgemeinen Frontschaden (-> Frontschaden). Fahrwerk, Motor und Elektronik sind die wichtigsten, aber bei weitem nicht alle Bereiche, die vom Fachmann untersucht werden müssen.

24. April 2016 Robert Maroschik