Bagatellschaden-grenze nach einem Verkehrsunfall

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Was ist unter einem Bagatellschaden im Kfz-Bereich zu verstehen?

Schrammen, Kratzer und Dellen – dies sind sehr oft Folgen eines Parkplatzremplers und werden als geringfügige Schäden deklariert. Ein Bagatellunfall ist ärgerlich, die Folgen sind jedoch meist unerheblich. Im Alltag werden solche Schäden auch als „Peanuts“ bezeichnet, das ist darauf zurückzuführen, dass die Schadenssumme von ca. 750 € bis 1.000 € nicht überschritten wird. Bei einem Haftpflichtschaden bis zu dieser Schadenhöhe spricht man demnach von einem Bagatellschaden.

Beispiele:

1Sie parken mit Ihrem Fahrzeug in einem Parkhaus und stellen fest, dass der PKW, der neben Ihnen geparkt hat, beim Tür öffnen an Ihr Fahrzeug gekommen ist. Er hat dabei einen oberflächlich sichtbaren Schaden in Form einer Delle oder eines Kratzers hinterlassen.

2Sie haben Ihr Fahrzeug über Nacht auf der Straße abgestellt und stellen am nächsten Morgen fest, dass ein Radfahrer im Vorbeifahren Ihren Außenspiegel beschädigt haben muss.

In beiden Fällen handelt es sich um einen Bagatellschaden, da die beschädigten Fahrzeugteile und der benötigte Reparaturaufwand die Bagatellschadengrenze nicht überschreitet. Außerdem entsteht keine übermäßige Wertminderung seitens des Geschädigten.

Kfz-Gutachten bei Bagatellschaden. Wo liegt die Bagatellschadengrenze.
Bagatellschaden bei Unfall

Im Bagatellschadenfall kann die gegnerische Versicherung aufgrund der „Schadenminderungspflicht“ eine Kostenerstattung für ein ausführliches Kfz-Gutachten ablehnen.

Bei einem Bagatellschaden ist ein Kostenvoranschlag für die Regulierung ausreichend. Die Bagatellschadengrenze ist jedoch erfahrungsgemäß schnell erreicht. Im Zweifelsfall ist ein Kurzgutachten eines Kfz-Sachverständigen eine gute Lösung. Wenden Sie sich daher auch in solchen Fällen an den Sachverständigen Ihres Vertrauens.

In welcher Höhe liegt die Bagatellschadengrenze?

Die Bagatellschadengrenze zur Erstellung eines Kfz-Gutachtens liegt laut höchst richterlicher Rechtsprechung immer noch bei 700 € bis 750 €. Dieser Wert ist sicherlich in den letzten Jahren durch die steigenden Lohnkosten überholt jedoch aber immer noch gültig. Aus diesem Grund haben sich bereits diverse Gerichte darauf verständigt, dass die Bagatellschadengrenze lokal teilweise auf 1.000 € festgesetzt wurde.

Ein Unfallschaden ist immer eine lokale Angelegenheit, daher ist der Ort des Schadenereignis auch die Grundlage für den entsprechenden Gerichtsstand. Zum Beispiel im Großraum München setzen die Gerichte die Bagatellschadengrenze auf 1.000 € fest. Es ist also ratsam, im Großraum München, ein Schadengutachten erst ab einer Schadenssumme von über 1.000 € erstellen zu lassen.

Ist die Höhe der Bagatellschadengrenze brutto oder netto?

Die Bagatellschadengrenze beziffert die Höhe der Reparaturkosten Brutto, also inklusive 19 % gesetzlicher Mehrwertsteuer.

Hinweis:

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob der an Ihrem Fahrzeug entstandene Schaden ein Bagatellschaden ist, können Sie unsere Kfz-Gutachter jederzeit für eine kostenfreie Ersteinschätzung kontaktieren. Sollte kein Bagatellschaden vorliegen erstellen wir Ihnen im Falle eines Haftpflichtschadens ein Kfz-Gutachten. Im Falle eines Bagatellschadens erstellen wir Ihnen kostengünstig einen Kostenvoranschlag oder ein Kurzgutachten um sicherzustellen, dass die Kosten für den Kfz-Sachverständigen vollumfänglich von der gegnerischen Versicherung getragen werden.

Wie gehen Sie bei einem Bagatellschaden vor?

Befinden Sie sich in der Position des Geschädigten, ist es wichtig, zunächst den Sachverhalt zu klären. Klären Sie, wenn möglich die Schuldfrage und tauschen Sie die Kontakt- und Versicherungsdaten aus. Wichtig ist auch, dass Sie den Unfallhergang notieren und ggf. Fotos von der Unfallstelle machen.

Wenn Sie sich unsicher sind, wie groß der entstandene Schaden an Ihrem Fahrzeug ist, nehmen Sie Kontakt zu uns auf und lassen Sie sich kostenfrei und unverbindlich beraten.

Gutachter trotz Bagatellschaden?

Eine Fahrt zum Gutachter lohnt sich in jedem Fall, da dieser den Schaden richtig einschätzen kann. Sofern die Bagatellschadengrenze nicht überschritten wird, wird Ihnen der Sachverständige einen Kostenvoranschlag für die Regulierung mit der Versicherung erstellen. Die Kosten hierfür werden von der Versicherung übernommen. Bei dem Sonderfall, dass Ihr Fahrzeug durch einen Bagatellschaden zum wirtschaftlichen Totalschaden wird, ist für die Regulierung ohnehin ein Kfz-Gutachten unter Angabe des Restwertes notwendig.

Der Totalschaden in diesem Fall tritt dann ein, wenn der Wiederbeschaffungswert des verunfallten Fahrzeuges aufgrund des Alters und Verschleiß so niedrig gehandelt wird, dass die Bagatellschadensgrenze mit dem Wiederbeschaffungswert in Konflikt steht. Hier hat der Geschädigte das Recht, ein entsprechendes Gutachten bei der Versicherung einzureichen.

Ist ein Kurzgutachten bei einem Bagatellschaden sinnvoll?

Ja, ein Kurzgutachten ist sinnvoll.
Ist absehbar, dass es sich bei einem Kfz-Schaden um einen Bagatellschaden mit einer Schadenssumme von unter 700,00 € bis 1.000,00 € handelt, stellen wir Ihnen gerne ein kostengünstiges Kurzgutachten aus. Die Kosten hierfür werden in aller Regel auch von der gegnerischen Versicherung übernommen, allerdings dient es vor Gericht nicht als Beweis.

Ein Kurzgutachten ist in jedem Fall einem Kostenvoranschlag einer Werkstatt vorzuziehen. Bei dieser Art von Gutachten wird der Schaden mittels Fotos, detaillierter Schadenbeschreibung und einer ausführlichen Reparaturkosten-Kalkulation beschrieben. Es hat somit eine erheblich bedeutendere Aussagekraft als ein Kostenvoranschlag.

Hinweis:

Sie haben einen vermeintlichen Bagatellschaden und wissen nicht, ob Sie ein Kurzgutachten, Kostenvoranschlag oder gar ein Kfz-Gutachten erstellen lassen sollen? 089 Gutachten München bietet Ihnen in diesem Fall den Service einer kostenfreien Ersteinschätzung. Wir garantieren Ihnen, ausschließlich das Produkt zu erstellen, welches auch von der gegnerischen Versicherung erstattet wird und für Ihr Anliegen die beste Variante ist.

Zu wem gehe ich im Falle eines Bagatellschadens? – Kfz-Gutachter oder Werkstatt?

Sollten Sie Geschädigter in einem Verkehrsunfall sein und Ihr Fahrzeug hat einen kleinen Schaden erlitten (gegebenenfalls einen Bagatellschaden), empfehlen wir Ihnen zur Schadenfeststellung stets einen Sachverständigen aufzusuchen. Bei der Ermittlung der Schadenssumme ist ein Kfz-Sachverständigenbüro immer einer Werkstatt vorzuziehen. Wenn Sie vermuten, dass es sich bei Ihrem Schaden um einen Bagatellschaden handelt, kann Ihnen der Kfz-Gutachter sowohl einen Kostenvoranschlag als auch ein Kurzgutachten erstellen.

Ist der Schaden allerdings höher als angenommen, erstellt Ihnen der Sachverständige ein aussagekräftiges Kfz-Gutachten. Eine Werkstatt hingegen würde Sie in diesem Fall wieder nach Hause schicken. Sie müssten anschließend zusätzlich zu einem Kfz-Gutachter fahren und hätten somit doppelten Aufwand. Die genauen Unterschiede zwischen einem Kurzgutachten, einem Kostenvoranschlag und einem Kfz-Gutachten erklären wir Ihnen unter Kostenvoranschlag, Kurzgutachten und Kfz-Gutachten im Vergleich ausführlich.

Sie haben weitere fragen zu Thema Bagatellschaden?
Kontaktieren Sie hier unsere Experten:

Wertminderung bei einem Bagatellschaden?

Wenn es sich bei dem Schaden an Ihrem Fahrzeug um eine Bagatelle handelt, wird der Wert Ihres Fahrzeuges auf Dauer nicht negativ beeinflusst.
Somit fällt keine Wertminderung an.

Müssen Bagatellschäden beim Verkauf angegeben werden?

Nein. Bagatellschäden müssen beim Verkauf nicht angeben werden. Die Entscheidung einen Bagatellschaden beim Fahrzeugverkauf anzugeben, steht Ihnen frei. Will der potenzielle Käufer dennoch wissen, ob es jemals kleine Beschädigungen gab, die repariert wurden,

haben Sie die Offenbarungspflicht und müssen dem Käufer alle Ihnen bekannten Schäden preisgeben. Das Fahrzeug ist jedoch bei Bagatellschäden nicht als Unfallfahrzeug auszuweisen.

Wer zahlt den Gutachter, wenn mein Schaden ein Bagatellschaden ist?

In solch einem Fall entschied das Amtsgericht Köln, dass die Kosten für das Kfz-Gutachten dennoch von der gegnerischen Versicherung getragen werden müssen. Die Kostenübernahme wurde damit begründet, sollte ein berechtigter Verdacht auf eine hohe Schadenssumme bestehen, darf freilich ein Kfz-Sachverständiger hinzugezogen werden.

Stellt dieser dann im Laufe seiner Ermittlungen fest, dass die Schadenssumme doch nicht so hoch ist, wie zum Zeitpunkt der Begutachtung angenommen, kann dies nicht dem Geschädigten zur Last gelegt werden. Die Praxis zeigt jedoch, dass in solch einem Fall, ein seriöser Kfz-Gutachter dem Geschädigten ohnehin lediglich einen Kostenvoranschlag oder ein Kurzgutachten erstellt.

Hinweis:

Vereinbaren Sie mit Ihrem Kfz-Gutachter, dass bei einer Schadenssumme unter 1.000,00 Euro (Bagatellschadengrenze) lediglich ein Kurzgutachten oder Kostenvoranschlag erstellt wird. Somit gehen Sie auf Nummer sicher, dass in jedem Fall die Gebühren für Ihren Kfz-Gutachter von der gegnerischen Versicherung getragen werden.

Wann zahlt die Versicherung den Kostenvoranschlag und wann das Kfz-Gutachten?

Bei kleinen Schäden (Bagatellschäden) bis 1.000,00 € erstattet die Versicherung Kosten für einen Kostenvoranschlag oder ein Kurzgutachten.
Bei hohen Schadenssummen über 1.000,00 € werden Kosten für ein Kfz-Gutachten von der Versicherung übernommen.

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Unsere Experten helfen Ihnen gerne weiter.
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Bagatellschaden-grenze nach einem Verkehrsunfall | Autor: Kfz-Gutachter Dipl-Ing (FH) Moritz Zwez | aktualisiert am