Was, wenn das Gutachten des (freien) Sachverständigen fehlerhaft ist?

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Was tun wenn das Kfz-Gutachten fehlerhaft ist? Wir klären auf!

Sachverständige sind auch nur Menschen und machen gelegentlich Fehler. Nach aktuell einhelliger Meinung der Deutschen Gerichte, müssen daher sogar die Kosten für ein fehlerhaftes Gutachten von der gegnerischen Seite mit getragen werden, da die Arbeit des Sachverständigen einen Beitrag zur Wiederherstellung des Schadens darstellt – eben auch dann, wenn dabei ein Fehler gemacht wurde. Kleine Fehler passieren, beeinflussen aber die Schadenabwicklung nicht.

Anders verhält es sich, wenn der Geschädigte diesen Fehler aufgrund von Falschangaben, etwa verschwiegene Vorschäden oder manipuliertem Kilometerzähler, provoziert hat. Ebenfalls werden die Kosten des Sachverständigen nicht erstattet, wenn dieser wissentlich und willentlich und ohne Zutun des Geschädigten das Gutachten fehlerhaft gestaltet. In diesem Fall stehen dem Geschädigten sogar Schadenersatzansprüche gegen den Gutachter zu.

Gründe für eine Ablehnung eines Gutachtens aufgrund von Fehlern:

  • Verschweigen von Vor- und Altschäden oder fehlerhaften Angaben hierüber
  • Verfälschung des Schadenumfanges durch Hinzufügen nicht schadenbedingter Positionen
  • Manipulation des Kilometerstands
  • grob fehlerhaftes Gutachten durch diverse falsch kalkulierte Schadenspositionen
  • inhaltliche Mindestanforderungen an das Kfz-Gutachten nicht erfüllt
  • wissentlich fehlerhaft gestaltetes Gutachten

Hinweis zu fehlerhaften Gutachten:

Sollten Sie bei einem bereits eingereichten Kfz-Gutachten im Nachhinein Fehler feststellen, kann der Kfz-Sachverständige jederzeit eine Korrektur Ihres Gutachtens vornehmen. Hierbei besteht keine Gefahr, dass die gegnerische Versicherung eine Regulierung ablehnt. Selbst bei grob fehlerhaften Gutachten kann eine Korrektur vorgenommen werden, solange die regulierende Versicherung die Fehler noch nicht moniert hat. Hier gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt malt zuerst.