Fiktive Abrechnung im Haftpflichtschaden

« zurück

Was versteht man unter einer fiktiven Abrechnung im Haftpflichtschadenfall?

Die Versicherung hat Reparaturkosten für die Beschädigung des Fahrzeugs grundsätzlich in der tatsächlich anfallenden oder durch ein Gutachten zu ermittelnden Höhe zu zahlen. Denn der Geschädigte kann entweder verlangen, dass sein Fahrzeug durch eine Instandsetzung wieder in den Zustand versetzt wird, in dem es sich vor dem Unfall befand oder sich die dafür benötigten Reparaturkosten ausbezahlen lassen (fiktive Abrechnung).

Entscheidet der Geschädigte sich die ermittelten Reparaturkosten auszahlen zu lassen, spricht man von einer fiktiven Abrechnung. Hierfür benötigen Sie ein Gutachten, denn eine fiktive Abrechnung erfolgt auf der sogenannter Gutachtenbasis. Die entsprechenden Kosten für ein Gutachten sind ebenfalls von der Versicherung zu zahlen.

Im folgenden Absatz erfahren Sie wie Sie eine fiktive Abrechnung durchführen, was Sie für eine fiktive Abrechnung benötigen und was zu beachten ist.

089 Gutachten - Placeholder

Was Sie für eine fiktive Abrechnung benötigen:

Wenn Sie sich entschieden haben sich Ihren entstandenen Schaden ausbezahlen zu lassen benötigen Sie hierfür eine genaue Ermittlung der Höhe der Reparaturkosten. Dies können Sie entweder mithilfe eines Kostenvoranschlages oder mit einem Gutachten durchführen. Wobei jedoch das Kfz Gutachten im Fall eines Haftpflichtschadens einen Kostenvoranschlag immer vorzuziehen ist. Das Kfz Gutachten weist Ihnen präzise die anfallenden Reparaturkosten aus. Auf Basis des erstellten Gutachtens können Sie dann eine fiktive Abrechnung bei der Versicherung geltend machen.

Wie Sie eine fiktive Abrechnung durchführen:

Sobald Sie das Kfz Gutachten in ihren Händen halten senden Sie dieses an die regulierende Versicherung und verlangen auf Basis der ermittelten Reparaturkosten eine fiktive Abrechnung. Sie müssen hier keinerlei Bedenken haben sich das Geld ausbezahlen zu lassen. Die regulierende Versicherung wird eine fiktive Abrechnung immer bevorzugen, da auch für die Versicherung ein gewisses Einsparpotenzial entsteht. Denn bei einer fiktiven Abrechnung wird die ausgewiesene Mehrwertsteuer nicht erstattet, der Geschädigte erhält die Reparaturkosten netto.

Hinweis zur Fiktiven Abrechnung: Aufgrund einer Gesetzesänderung vom 01.08.2002 (§ 249 BGB) fällt der für die Schadenbeseitigung erforderliche Herstellungsaufwand bei fiktiver Abrechnung (Abrechnung auf Gutachtenbasis) als Nettobetrag an.

Was müssen Sie bei einer fiktiven Abrechnung beachten:

Grundsätzlich ist eine fiktive Abrechnung der Reparaturkosten nur dann möglich wenn kein Totalschaden vorliegt. Die Reparaturkosten müssen unterhalb des Wiederbeschaffungswertes liegen. Ein weiterer Punkt der mit einer fiktiven Abrechnung einhergeht ist die Kürzung von gewissen Positionen, die bei dieser nicht zwingend anfallen. Die Versicherer prüfen bei einer fiktiven Abrechnung grundsätzlich jedes Gutachten mithilfe sogenannter Prüffirmen. Hier werden meist kleinere Positionen gekürzt und somit nicht erstattet. Meist liegen diese Kürzungen im Bereich von 10-20 % der ermittelten Nettoreparaturkosten. Oftmals werden jedoch Kürzungen vorgenommen die nicht gerechtfertigt sind. Hier kann sich der Geschädigte mithilfe eines Rechtsanwaltes vor solchen Vorgehensweisen schützen. Sollten gegebenenfalls größere Kürzungen vorgenommen worden sein kann ihnen hier der Sachverständige zu den technischen Gesichtspunkten eine Stellungnahme anfertigen.

Unser Tipp für eine fiktive Abrechnung: Um ungerechtfertigten Kürzungen vorzubeugen sollten Sie bei einer fiktiven Abrechnung immer einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens einschalten!

Sie haben Fragen zur fiktiven Abrechnung?
Kontaktieren Sie unsere Experten über: 089 856 350 32