Quotenvorrecht bei einem Verkehrsunfall

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Wie funktioniert das Quotenvorrecht bei einem Verkehrsunfall?

Bei Unfällen mit eigenem Mithaftungsanteil (Quote), kann im Einzelfall eine Erhöhung der Entschädigung erreicht werden, wenn eine kombinierte Abrechnung zwischen der eigenen Vollkasko-, und der gegnerischen Haftpflichtversicherung gewählt wird. Diese Abrechnungsmethode nennt sich Quotenvorrecht. Hierbei teilen sich sozusagen beide Versicherung Ihren Schaden. Dabei werden Reparaturkosten oder Wiederbeschaffungswert von der eigenen Versicherung (Kasko) voll ersetzt.

Nebenkosten wie Sachverständigenkosten, Wertminderung und Abschleppkosten ersetzt die gegnerische Haftpflichtversicherung in vollem Umfang, soweit der Gesamtbetrag nicht den Betrag übersteigt, den die Versicherung aufgrund des Haftungsanteils hätte zahlen müssen. Positionen wie Schmerzensgeld, Mietwagenkosten oder sonstige Nebenkosten, die den reinen Fahrzeugschaden nicht direkt betreffen, fallen nicht in den quotenbevorrechtigten Anteil der Schadenkosten. Wegen der rechtlich komplizierten Zusammenhänge, wird hier empfohlen, einen Anwalt zur Beratung hinzu zu ziehen.

Welche Positionen werden im Quotenvorrecht von wem übernommen?

Ihre Kaskoversicherung reguliert in solch einem Fall den Ersatz des Fahrzeugschadens in voller Höhe. Die gegnerische Haftpflichtversicherung reguliert die quotenbevorrechtigten Position wie die Selbstbeteiligung, die Sachverständigenkosten, die Abschleppkosten und die Wertminderung.

Die restlichen Positionen werden von der Haftpflichtversicherung in Höhe der festgesetzten Quote übernommen.

Von der Kaskoversicherung zu 100% zu übernehmende Positionen des Fahrzeugschadens:

  • Fahrzeugschaden (Reparaturkosten oder Wiederbeschaffungswert)

Von der Haftpflichtversicherung zu 100% zu übernehmende quotenbevorrechtigte Positionen:

  • Wertminderung
  • Sachverständigenkosten
  • Selbstbeteiligung
  • Abschleppkosten

Von der Haftpflichtversicherung in Höhe der Haftungsquote zu regulierende Positionen:

  • Mietwagenkosten
  • Nutzungsausfallentschädigung
  • Unkostenpauschale
  • Vollkasko Rückstufungsschaden
  • Schmerzensgeld
  • Anwaltskosten

Wie beanspruche ich das Quotenvorrecht bei meiner Kaskoversicherung und der gegnerischen Haftpflichtversicherung?

Zuerst einmal sollten Sie Ihren Fahrzeugschaden bei Ihrer Vollkaskoversicherung melden und beanspruchen. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Schadenmeldung bei Ihrer Vollkaskoversicherung unverzüglich geschieht. Sollten Sie den Schaden Ihrer Vollkaskoversicherung zu spät melden, hat diese eventuell das Recht, den Schaden abzulehnen. Laut den allgemeinen Kaskobedingungen werden hier ca. 14 Tage zur Schadenmeldung vorgeschrieben. Geben Sie dort an, dass Sie bei dem Unfallschaden vermutlich eine Teilschuld (Quote) tragen.

Ihre eigene Versicherung ist somit informiert, dass Sie die Abrechnung des Unfallschadens nach Quotenvorrecht vornehmen möchten. Bei der gegnerischen Haftpflichtversicherung geben Sie ebenfalls an, dass Sie für Ihren Fahrzeugschaden Ihre eigene Vollkaskoversicherung beanspruchen. Somit ist die gegnerische Haftpflichtversicherung informiert, dass diese die quotenbevorrechtigten Position in voller Höhe und alle weiteren Positionen nach Höhe der Quote zu übernehmen hat.

Hinweis zum Quotenvorrecht:

Da das Quotenvorrecht ein besonderer und sehr komplexer Fall einer Schadenabwicklung ist, empfehlen wir aus Erfahrung einen qualifizierten Rechtsanwalt für Verkehrsrecht hinzuzuziehen, der für Sie die Abrechnung nach Quotenvorrecht übernimmt und überwacht.

Beispiel für einen Schaden mit angewandten Quotenvorrecht bei einer Haftungsquote von 50%:

Schaden Ausgangswerte:

Reparaturkosten20.000 €
Wertminderung2.000 €
Abschleppkosten 500 €
Gutachterkosten1.000 €
Unkostenpauschale25 €
Anwaltskosten1.000 €
Mietwagenkosten1.000 €
Selbstbeteiligung500 €
Höherstufung500 €

Kasko reguliert 100%

Reparaturkosten20.000 €

Haftpflicht reguliert 100%

Wertminderung2.000 €
Abschleppkosten500 €
Gutachterkosten1.000 €

Haftpflicht reguliert 50%

Anwaltskosten500 €
Mietwagenkosten500 €
Unkostenpauschale12,50 €
Höherstufung250 €
Selbstbeteiligung250 €

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