Führt ein Gutachten alle Schäden am Auto auf oder nur bestimmte?

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Ermittelt ein Kfz-Gutachten die Schadensummen aller Schäden am Fahrzeug?

Ein Gutachten wird immer für den streitgegenständlichen Schaden erstellt und erfasst den Umfang des entsandenen Schadens. Wurde Ihr Auto durch einen Auffahrunfall an dessen Heck beschädigt, wird nur der Heckschaden samt dessen Auswirkungen begutachtet.

Schäden, die nicht durch diesen Unfall verursacht wurden, spielen für das Kfz-Gutachten eine zweitrangige Rolle. Im Falle der Wertminderung zum Beispiel, werden vorherige Schäden Ihres Fahrzeugs bei der Ermittlung mit einbezogen.

Überlagern neue Schäden einen älteren Unfallschaden, müssen hierfür Abzüge berücksichtigt werden.

Die Wertminderung nach einem Verkehrsunfall, sofern diese anfällt, ist auch eine Schadensform und wird bei der Kfz-Gutachtenerstellung ebenfalls berücksichtigt. Diese beziffert den Wertverlust Ihres PKW aufgrund der sogenannten Offenbarungspflicht, welche beim etwaigen Fahrzeugverkauf anfällt.

Wird eine Berechnung der Vor- und Altschäden in einem Gutachten durchgeführt?

Am Fahrzeug befindliche Vor- und Altschäden werden in einem Kfz-Gutachten nicht explizit kalkuliert. Altschäden, also nicht reparierte Schäden, werden vom Kfz-Gutachter lediglich grob eingeschätzt um festzustellen, in welchem Umfang diese den Wert des Fahrzeuges beeinflussen. Ein Beispiel hierfür wäre, ein durch einen vorherigen Schaden verkratzter Kotflügel. Dessen Reparaturkosten würden sich bei einer exakten Kalkulation auf ca. 1.000 € belaufen.

Jedoch beeinflusst der verkratzte Kotflügel den Fahrzeugwert lediglich um geschätzte 200 €. Man spricht in diesem Fall auch von Minderwert beeinflussenden Faktoren. Das heißt zu gut Deutsch, dass ein Altschaden nicht in Höhe der tatsächlich kalkulierten Reparaturkosten den Fahrzeugwert senkt, sondern nur um den sogenannten geschätzten Minderwert.