Haftungsquote oder Quote im Verkehrsrecht

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Was versteht man unter der Haftungsquote bei einem Verkehrsunfall?

In vielen Situationen ist so, dass ein Unfall nicht alleine von einer Person verursacht wird. Wurde ein Verkehrsunfall nicht durch die alleinige Schuld eines Unfallbeteiligten verursacht, so kommt es zu einer Aufteilung der Haftung. In solch einem Fall spricht man von einer Haftungsquote. Diese Quote beschreibt somit den Anteil der Schuld (Teilschuld) an dem Schadenereignis. Eine Haftungsquote von 25% für den Unfallbeteiligten A bedeutet, dass der Unfallbeteiligte B 75% des bei A entstandenen Schadens auszugleichen hat. B hingegen erhält 25% seines entstandenen Schadens von A.

Die Haftungsquote beschreibt jedoch nicht die Verteilung des insgesamt eingetretenen Schadens, sondern immer nur den Anteil des Schadens des jeweils anderen. Wenn zum Beispiel ein alter Fiat (entstandener Schaden 500 € mit 30% Schuld) mit einem neuen Audi (entstandener Schaden 10.000 € mit 70% Schuld) zusammenstößt und eine Quote von 30 zu 70 ermittelt wird, kann der Fiat Fahrer 70% seines Schadens (350 €) und der Audi Fahrer 30% seines Schadens (3.000 €) bei der jeweils gegnerischen Versicherung einfordern.

Wer entscheidet über die Haftungsquote?

Oft ist es so, dass bei einem Verkehrsunfall die Streitfrage nicht immer zu 100% geklärt werden kann, da im Nachhinein nicht genau klar ist, was wirklich vor Ort passiert ist. In solchen Fällen wird die Haftungsquote entweder durch die beteiligten Versicherungen verhandelt und festgelegt oder aber vor Gericht mit Hilfe eines Gutachters festgelegt.

Im Falle einer eventuellen Haftungsquote ist es daher sinnvoll, einen Verkehrsrechtsanwalt zu beauftragen, welcher die Aufteilung der Haftung mit der Gegenseite verhandelt.

Was wird bei einer entschiedenen Haftungsquote bezahlt?

Sollten Sie bei einen Verkehrsunfall eine Mithaftung tragen, werden alle Ihnen entstanden Kosten nur in Höhe der festgesetzten Haftungsquote ausgeglichen. Zu diesen Kosten zählen unter anderem die Sachverständigengebühren, die Anwaltsgebühren, die Reparaturkosten, die Aufwandspauschale, das Schmerzensgeld und die Mietwagenkosten.

Das bedeutet, dass der Geschädigte anteilig bei allen Kosten selbst quotal zur Kasse gebeten wird. Sollte der Geschädigte über eine Vollkaskoversicherung und eine Rechtsschutzversicherung verfügen, kann eine Abrechnung der anteiligen Kosten über die eignen Versicherungen erfolgen.

Hinweis:
Um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein, empfehlen wir unseren Kunden für eine optimale Absicherung immer eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung und gegebenenfalls eine Vollkaskoversicherung abzuschließen. Mit diesen beiden Versicherung ist sichergestellt, dass im Schadenfall selbst bei einer Teilschuld keine Kosten auf Sie zukommen.

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